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Ein Dorf im nördlichen Saarland, das heute ein Stadtteil von St. Wendel ist.
(Von Anton Wiesen)
Westlich von St. Wendel, gut eine Stunde zufuß in Richtung Schaumberg, aber nicht im Tal der Blies, liegt Winterbach am östlichen Fuße der Anhöhe, über die die sogenannte Rheinstraße führt, eine alte Römerstraße von Straßburg nach Trier.
Im Schutze eines Waldgürtels, der die Winde aus dem Westen und dem Südwesten, wo der Regen herkommt, besänftigt, liegt der Ort, preisgegeben den stark pulsierenden Verkehrsadern im nördlichen Saarland, den Landstraßen 1. Ordnung Nr. 131 und 133, die sich, von Tholey bzw. Marpingen kommend, in Alsweiler vereinen und in Winterbach wieder trennen nach St. Wendel und in Richtung Bliesen.
Die reizvolle, sanfthügelige Tallage des Dorfes zusammen rnit der Nähe zur Kreisstadt St. Wendel hat Winterbach zu einem begehrten Wohnort gemacht. Weniger bäuerlich geprägt als manche Nachbardörfer ‑ die Gemarkung ist klein, es gab nie viele großbäuerliche Betriebe - zeichnet sich Winterbach durch überwiegend breite Straßen mit vielen freien Flächen vor den Häusern aus. Und da, wo früher der Kuhwagen stand und der Misthaufen war, sind heute Vorgärten und Freiplätze. Die Scheunen wurden größtenteils zu Garagen und Wohnräumen umgebaut. Umso lobenswerter, daß es ein Bemühen gibt, den derzeitigen Bestand an bäuerlichen Anwesen, zu erhalten und zu restaurieren.
Winterbach war nie ein Zentrum von irgendetwas, weder kirchlich, wo Winterbach bis zum Bau einer eigenen Kirche ganz nach Alsweiler orientiert war, noch politisch oder wirtschaftlich. Dennoch nahm es den gleichen Aufschwung wie alle anderen Ortschaften, zeigte sich dabei gelassen und ohne falschen Ehrgeiz. Es machte den Winterbachern auch nichts aus, daß sie lange Zeit ihr eigenes Wasser aus der Winterbacher Wurzelbach vom "Wasserzweckverband Alsweiler" bekamen. Hauptsache, das Wasser war gut und reichlich.
Vielleicht ist diese Einstellung kennzeichnend für die Mentalität der Winterbacher, die sich auch - wie kaum ein anderer Ort - der Vereinnahmung durch die Kreisstadt St. Wendel als Folge der Gebiets- und Verwaltungsreform von 1973 gebeugt haben, ohne dabei ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Was solls, Name ist Schall und Rauch, ein Winterbacher bleibt ein Winterbacher, und ist ein bißchen stolz darauf. Wenn er weg muß aus Winterbach, gut, dann geht er eben. Winterbach ist nicht die Welt, aber es liegt sehr nahe daran.
Der Name Winterbach
Wo der Name Winterbach herkommt, ist überwiegend Spekulation. Sicher aber nicht von einem einzigen Bach dieses Namens, der nur im Winter floß, den müßte es auch heute noch geben, aber es gibt ihn nicht, den "Winterbach". Nachfragen bei den Gemeinden mit gleichem Namen bestätigen allerdings alle einen Zusammenhang zwischen örtlichen Bachläufen und der Jahreszeit Winter. Man muß also davon ausgehen, daß das Doppelwort Winterbach sich tatsächlich aus dem Wort"Winter" als Jahreszeit und nicht etwa als abgewandeltes Wort aus dem Lateinischen z. B. "venatio" = die Jagd sowie einem dazu passenden Wasserlauf ergibt.
Da ein Wasserlauf, auf den diese Bezeichnung zutreffend wäre, im hiesigen Winterbach nicht auffindbar ist, so kommt man zwangsläufig zu dem Schluß, daß es sich garnicht um einen bestimmten Wasserlauf handelt, sondern vielmehr um die Summe der vier Wasserläufe, die sich alle, von den Osthängen im Westen des Ortes kommend, im östlichen Wiesental"Auf dem Hahn" (Wellwies) vereinigen. Diese sowieso im Ortsbereich und dahinter relativ flach fließenden vier Wasserläufe hatten im Bereich der"Hofwiese" ("Mittlerer Weiher", "Kleiner Weiher, "Weihertriesch"), also an der Wasserpforte
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